Rückblick auf das Programm

Montag

Die Studientage begannen mit einem Vortrag des Neutestamentlers aus St. Andrews (Schottland), Prof. N.T. Wright. Er betonte das Wirken des Heiligen Geistes bei der Schöpfung, bei der Neu-schöpfung in Jesus Christus sowie an der Vollendung der Welt. Der das Ebenbild Gottes tragende Mensch ist ein vom Heiligen Geist befähigter Akteur, der an der Erneuerung der Schöpfung mitwirkt. Der Erzbischof von Canterbury Justin Welby identifizierte drei Prioritäten für die heutige Kirche: die Wiederbelebung des Gebets, die Versöhnung untereinander und das Zeugnis des Glaubens für die Welt, das sich im Dienst in der Liebe zum Nächsten äußert. Christoph Kardinal Schönborn betonte aus eigener Erfahrung die Wichtigkeit der verschiedenen vom Heiligen Geist inspirierten Aufbruchsbewegungen, die in Geschichte und Gegenwart belebend für die Kirche wirkten. In einem gemeinsamen Gespräch zwischen Welby und Schönborn wurde das christliche Zeugnis als das Ver-bindende zur Sprache gebracht: „wie Speichen an einem Rad kommen wir einander näher, je mehr wir uns zur Nabe hinbewegen – zu Jesus Christus.“

Dienstag und Mittwoch

Am Dienstag und Mittwoch fanden Vorträge zum Heiligen Geist aus den verschiedenen konfessionellen Perspektiven statt: die Professorin für Dogmatik in Fribourg, Barbara Hallensleben, aus katholischer Perspektive, Amos Yong aus dem nordamerikanischen Fuller Theological Seminary aus einer pentekostalen Perspektive, die Zürcher Theologin Christina aus der Au und der Berner Kir-chenhistoriker Martin Sallmann aus der Perspektive der reformierten Theologie, der Präsident des St. Mellitus College in London, Bischof Graham Tomlin aus anglikanischer Perspektive und der Metropolit Serafim Joantă aus orthodoxer Perspektive. So betonte etwa Graham Tomlin, dass eine strukturelle Erneuerung der Kirche ohne eine Sehnsucht nach dem Heiligen Geist fruchtlos sei. Auch Metropolit Serafim beklagte, dass die Kirche häufig den Geist um der Strukturen willen ersticke, statt Raum für seine Entfaltung zu geben. Die Kirche sei eine Kirche des Heiligen Geistes, und die Theologie solle vom Heiligen Geist inspiriert sein. Der päpstliche Hofprediger Raniero Cantalamessa schickte eine Grußbotschaft aus Rom: „Erst in der Gemeinschaft und Einheit der Gläubigen ist der Leib Christi ganz. In der Uneinigkeit ist auch der Leib gebrochen.“ Der Pastor der Pfingstgemeinde in Caserta bei Neapel, Giovanni Traettino, sprach von seinen Begegnungen mit Papst Franziskus: „Der Weg zur Einheit läuft über Brüderlichkeit und Freundschaft.“ Ebenso sprachen Matthias Zeindler aus der Reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn und der Pfingsttheologe Jean-Daniel Plüss über geistliche Bewegungen in den eigenen Kirchen. An den Nachmittagen fanden die Breakoutsessions statt. Diese boten eine riesige Auswahl an Berichten, Vertiefungsvorträgen und Seminaren, um das Gehörte zu vertiefen und zu diskutieren.